contact in Augsburg e.V. | soziales Tagebuch
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Herzlich willkommen im sozialen Tagebuch von contact in Augsburg e.V.

Wir haben keine Geheimnisse, bei uns dürfen Sie sogar unser Tagebuch lesen !
Also herzlich willkommen zu einem Fortsetzungsroman der besonderen Art !

Ich bin Roswitha Kugelmann, die 1.Vorsitzende von contact. Wir haben seit der Verein besteht sehr viel Arbeit geleistet, sowohl im Recycling von Gebrauchtwaren aller Art als auch im sozialen Bereich, denn der Zweck unseres Vereins ist die Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenslagen.
Dieses Tagebuch soll allen Interessierten ein bisschen mehr Einblick in unsere tägliche Arbeit geben.
Für Ihr Interesse bedanke ich mich und freue mich über jede Rückmeldung.



Dienstag
27 März
2018
Wo ist Zabi ? Ich will ihn mitnehmen um die schon traditionellen Osterhasen für unsere Mitarbeiter zu kaufen. Auch das gehört bei contact zur Ausbildung ! Beim Auspreisen im Café ist er nicht, beim Aufhängen der Kleidung ist nur Elisabeth, in der Warenannahme sagen sie, er war gerade noch hier. Ich weiß, dass er sich immer gleich die nächste Arbeit sucht, wenn in einer Abteilung zu wenig zu tun ist. Also finde ich ihn in der Haushaltswarenabteilung beim Einräumen der Regale und wir können gleich los. Zum Glück sind schon im ersten Discounter genügend Osterhasen zu haben. Oft musste ich dazu ich schon in drei oder vier verschiedene Läden, denn ich will ja auch nicht alles bis aufs letzte Stück wegkaufen, bei mir ist immer wichtig, dass die anderen auch noch was bekommen. Die große Stückzahl hat richtig Gewicht, gut dass Zabi dabei ist. Ich stelle den Transporter zurück an seinen Parkplatz. Dabei sehe ich auf der anderen Seite des Zauns einen guten Bekannten. Er spricht mich auch gleich an und bedankt sich ganz herzlich bei mir, dass ich ihm damals 2006 (!) so sehr geholfen habe, als er mit dem Alkohol aufhören durfte und bei uns in dieser schwierigen Zeit immer ein offenes Ohr gefunden hatte. Er meint, er hätte mir das schon so lange mal sagen wollen, wie sehr ihm das damals geholfen hat, aber als er mich vor einiger Zeit beim Alnatura getroffen hatte, brachte er außer einem kurzen Gruß nichts weiter heraus. Diesmal schafft er es, sich ganz locker mit mir zu unterhalten. Ihm geht es gut jetzt. Ich freue mich mit ihm und sage ihm noch, dass man solche Geschichten eigentlich in einer großen contact-Chronik festhalten sollte, was er mir auch bestätigt - aber wann sollen wir das machen bei der Menge an täglicher Arbeit ?
 

Sonntag
25 März
2018
Eine Woche im Urlaub gewesen - dringend notwendig. Ich komme am Samstag spät abends zurück und parke auf dem Hof. Weil ich schon da bin, will ich noch schauen wie die Woche gelaufen ist, aber ich habe ja gar keinen Schlüssel, den habe ich an Thomas übergeben bevor ich gefahren bin. Mike hat wenigstens den Schlüssel für den Eingang zur Werkstatt dabei, aber es soll scheinbar nicht sein : der Schlüssel bricht ab und wir stehen vor verschlossener Türe. Dann eben nicht. Sonntag habe ich meinen Schlüssel wieder und fahre mit Thomas zu contact zum monatlichen Treffen der Dorfgruppe. Ihn interessiert das Thema Ökodorf ebenfalls. Mittags mein erster Gang zum Computer : die Woche war sehr mittelmäßig. Aber eigentlich ist es auch kein Wunder, wir haben in der Woche davor so viel Kleidung verkauft, dass die Kunden einfach mal ein bisschen kürzer treten. Wir stehen aber am Beginn der Osterferien und da ist dann immer wieder viel los.
 

Freitag
2 März
2018
Margitta übergibt mir das Telefon : "Anruf vom Jobcenter Landsberg !" Mit fragendem Blick nehme ich das Telefon. Eine freundliche Dame ist dran und erklärt mir, dass sie für einen Kollegen in Kaufbeuren eine Transportmöglichkeit sucht, aber nicht für ihn privat sondern für einen seiner Kunden, der in großen Schwierigkeiten ist. Der Betroffene ist inkontinent, braucht verstärkt Kleidung, ist allein und kann sich keine Waschmaschine leisten, ist aber auch nicht mehr in der Lage, die Wäsche per Hand zu waschen. In solchen Fällen bin ich immer wieder überrascht, dass es Bearbeiter gibt, die sich dann wirklich reinhängen, die Situation eines Menschen in Not verbessern zu helfen. Jetzt bin ich gespannt, was noch kommt. Sie erzählt mir, dass eine kostenlose Waschmaschine gefunden werden konnte - die steht aber in Augsburg. Sowohl der Kollege als auch sie sind deshalb auf der Suche nach einer Transportmöglichkeit. Bei einem anderen Sozialkaufhaus hat sie schon angerufen, die haben ihr aber erklärt, dass sie 50 € Stundenlohn verrechnen müssten und zudem Augsburg ausserhalb ihres Bereiches liegt. Sie ist erstaunt als ich spontan sage, wir transportieren. Ganz vorsichtig fragt sie nach den Kosten. "In dem Fall kostenlos" ist meine Antwort - und sie fängt an zu weinen ! Ich erkläre ihr, dass wir so was natürlich nicht immer machen können, aber in einem Fall, wo sich Menschen zusammenfinden, um über ihren Job hinaus dem Betroffenen endlich zu helfen, sind wir gern dabei ! Sie kann es immer noch nicht fassen, aber ich gebe ihr meine Handynummer, damit wir ohne große Umwege schnell transportieren können. Kurz darauf ruft auch schon der Kollege aus Kaufbeuren an und erzählt mir noch mehr Details des Falls und ich weiss jetzt, dass meine Entscheidung aus dem Bauch heraus mal wieder richtig war.
 

Donnerstag
1 März
2018
Erster Gang bei der Kälte morgens in die Warenannahme und dort den Heizer anmachen. Das nützt nicht allzu viel, weil einfach den ganzen Tag die Türe für die Kunden, die etwas abgeben wollen, auf sein muss. Aber wenn wir heizen, bevor wir aufmachen, ist wenigstens ein bisschen geholfen. Dann ins Café und die Kerzen anzünden. Zusammen mit der Kaffeemaschine, die den ganzen Tag an ist und auch Wärme liefert, ist es dort später einigermaßen angenehm. Aber heute sind sogar die Büros unter das erträgliche Maß hinaus ausgekühlt. Ohne Zusatzheizung geht es gar nicht. Ich treffe Maja im Bürogang und sie lacht : "Neuer Job : Heizer durch die Gänge schieben !" Erst in dem Büro, dann im anderen, dann wieder in der Kleidersortierung ... Trotz aller Bemühungen wird es nicht wirklich warm. Aber am schlimmsten ist es für die, die in der Möbelhalle arbeiten, dort ist es wirklich eiskalt. Erstaunlich ist, dass laut Kassenbericht in den letzten Tagen doch noch ziemlich viele Kunden da waren, aber im Durchschnitt wurde wesentlich weniger ausgegeben als sonst, sodass die Bilanz für Februar, der ja auch noch viel kürzer ist als die anderen Monate, doch deutlich ins Minus geht. Erst am Wochenende soll der Frost nachlassen und der Frühling kommen ...
 

Freitag
23 Februar
2018
Ganz etwas neues : es ist ruhig bei uns ! Ruhig im Verkauf, ruhig in der Warenannahme. Es wird wohl an dem kalten Wetter liegen, zu den niedrigen Temperaturen auch noch ein eiskalter Ostwind. Das tut ganz gut, mal durchatmen zu können. Und ich komme sogar dazu, endlich mal mein Büro aufzuräumen ... Auch das Tagebuch hat wenig Einträge in den letzten Wochen. Dass uns die Arbeit ausgeht, ist aber eher unwahrscheinlich. Es stehen die Osterferien vor der Türe, die Pfingstferien, die Sommerferien ...
 
 
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