contact in Augsburg e.V. | soziales Tagebuch
www.contact-in-augsburg.de
 
 
 
 
 

Montag
13 Januar
2020
Die Warenannahme läuft grad mal wieder über. Scheinbar haben noch mal alle zum Ende der Weihnachtsferien kräftig zu Hause ausgeräumt was sie nicht mehr brauchen. Seit drei Tagen helfe ich dort schon mit, um den vielen Zugang zu bewältigen - ein echter Knochenjob wenn so viel kommt. Deshalb muss Mike die für den Vormittag angesetzte Führung mit einer Schulklasse übernehmen. Eine neue Mitarbeiterin nimmt auch gleich daran teil, es hätte heute eh keiner Zeit, ihr alles zu zeigen wie wir das sonst immer mit Neuen machen. Sie ist auch ganz erstaunt über die Größe und die vielen Informationen, die sie so nicht erwartet hatte.
 

Dienstag
24 Dezember
2019
Wir wünschen allen Mitarbeitern, Freunden und Kunden ein schönes Weihnachtsfest. Heute an Hl.Abend haben wir noch bis 14 Uhr geöffnet. Freitag, Samstag und Montag ist dann ganz normal offen. An Silvester könnt ihr wieder bis 14 Uhr bei uns shoppen.
 

Freitag
20 Dezember
2019
Wir freuen uns, dass unser Weihnachtsmarkt so gut läuft, aber wir packen ja immer noch die schönsten Sachen aus !
 

Mittwoch
18 Dezember
2019
Ein junger Mann war vor einiger Zeit schon aufgefallen, weil er lange vor der Ladenöffnung sehr unruhig vor dem Eingang auf und ab lief. In den Tagen danach war er Stammgast bei uns im Café. Ich hatte mich mit ihm dann mal länger unterhalten und mitbekommen, dass er draussen schläft und deshalb dankbar für einen heissen Kaffee ist wenn wir aufmachen. Zufällig bekam ich auch mit, dass er heute Geburtstag hat. Mike und ich konnten ihn deshalb mit einem (leider nicht selbstgebackenen) Guglhupf mit Geburtstagkerze überraschen.
 

Dienstag
17 Dezember
2019
Ein ehemaliger freiwilliger Mitarbeiter kam gestern und brachte mir zwei Hunderteuroscheine. Für ihn sei das Jahr finanziell recht gut gelaufen und deshalb wolle er die Spendenaktionen, an denen wir uns schon beteiligt hatten, noch weiter unterstützen.
Zum einen geht es um Schlafsäcke für Bosnien. Ein Lager, das auch schon von dem unermüdlichen Georg Jachan mit Schlafsäcken beliefert wurde, wurde zwar aufgelöst und die Flüchtlinge in wintersichere Quartiere verbracht, aber in den Wäldern verstecken sich noch eine große Zahl von Geflüchteten und hoffen noch auf eine Möglichkeit, nach Westeuropa zu kommen.
Letzte Woche war im Radio eine Frau zu hören, die 13 Zeltschulen in den Flüchtlingslagern im Libanon gegründet hat und unterhält. Sie hat mit allen Familien in den Zelten gesprochen und keine Familie hatte den Wunsch, nach Europa zu gehen. Alle wollen in den Flüchtlingslagern bleiben, bis der Krieg in Syrien beendet ist und sie zurück in ihre Heimat gehen können.Und sie sagte sinngemäß einen Satz, der mir ganz tief reingegangen ist : "Hätte unsere Regierung das viele Geld, das sie zur Abweisung von Flüchtlingen ausgibt, gleich in die Unterstützung der riesigen Flüchtlingslager investiert, wäre es nie zu der großen Flüchtlingswelle gekommen." Und auch nicht zu den unmenschlichen Zuständen auf den griechischen Inseln, in den Wäldern und in anderen Flüchtlingslagern, unsere Ankerzentren eingeschlossen !

Das zweite Projekt, das wir mit unterstützen, ist eine Weihnachtsaktion der Kinderhilfe Siebenbürgen. Jenny Rasche, auch eine der unermüdlichen, hat letzte Woche eine Aktion gestartet, die für die Bewohner von Dumbraveni einmal sattessen bedeuten soll.
Ich möchte euch den Brief von Jenny hier abdrucken, mit dem sie die Aktion gestartet hat :
"Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich Euch diese Bilder zeigen kann, denn das Ausmaß der Armut der Roma hier scheint kein Ende zu haben... Für manche von Euch wirkt es eventuell entmutigend und doch.. Es ist die Realität...
Im Sommer kam ein Bewohner der Romasiedlung in Dumbraveni (neben Saros) zu mir und hat mich gefragt, ob wir nicht einmal zu ihnen kommen könnten. Die Siedlung ist eine der größten, die ich je gesehen habe und die Armut verschlug mir nur einfach die Sprache... Es sind über 80 Familien und insgesamt 420 Kinder dort..
Vier Stunden verbrachte ich damals mit ihnen und konnte es kaum fassen...
Ich wusste das wir eigentlich hier nichts tun können aufgrund von finanziellen Grenzen und doch.. Ich habe sie nie vergessen.
Als wir nun die Aktion in Saros im Supermarkt gemacht haben, kam eine Familie aus der Siedlung in Dumbraveni zu mir und bat uns, nur ein einziges Mal eine solche Aktion auch für sie zu machen. Einmal richtig satt essen (viele Menschen dort leben aus den Containern der Stadt).....
Ich sagte ihm, das ich versuchen werde, eine spezielle Lebensmittelhilfe nur für diese Siedlung zu Weihnachten zu machen, es aber nicht versprechen kann.
Und nun ist der Moment gekommen an dem ich versuche, diese Aktion zu starten.. Allerdings unter dem Motto : Wir nehmen was wir haben, und wir tun was wir können ❤️ Vielleicht schaffen wir es ja gemeinsam, zumindest an diesem Weihnachten ein wenig Not zu lindern. ❤️Eure Jenny
Jenny unterstützt laufend inzwischen zwei Romasiedlungen in der Nähe von Sibiu. Sie weiss, dass auch sie nicht überall helfen kann und dass die beharrliche Aufbauarbeit, die sie in "ihren" Dörfern leistet, die einzige wirksame dauerhafte Hilfe ist. Aber sie kann einfach nicht wegschauen, wenn sie die Not in den Gesichtern der anderen sieht.
Weil unser Umsatz dieses Jahr besonders gut war (die Ausgaben steigen trotzdem mit), haben wir diesmal gleich drei Projekte unterstützt. Das dritte ist eine Schule in Idlib, in Syrien, die von einem kleinen deutschen Verein unterhalten wird. Der Eigentümer des Gebäudes will das Haus verkaufen und die Schule möchte versuchen, den Kaufpreis von etwas über 6.000 € aufzubringen, um den Fortbestand der Schule zu sichern. Bildung ist nicht nur hier wichtig, Bildung ist vor allem in den Kriegsgebieten wichtig, um einen Wiederaufbau zu ermöglichen - auch wenn das viele Jahre noch dauern wird.
 
 
Sozialkaufhaus
Im Tal 8
86179
Augsburg-Haunstetten
0821-8 15 66 15
contact in Augsburg e.V. - zur Startseite